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Steinstossen

Steinstossen gehört zu den ältesten Sportarten überhaupt. Die vorgeschichtliche Nutzung von Steinen als Wurfwaffe erforderte spezielles Training für Weite und Zielgenauigkeit, woraus sich auch ein spielerischer Umgang entwickelte.

Der heutige Wettkampfcharakter des Steinstossens hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert, als sich Hirten und Sennen im Kräftespiel übten. Reisebeschreibungen des 18. Jahrhunderts erwähnen diesen Brauch im Appenzell, in Glarus und in Schwyz. Dabei kamen 100 bis 200 Pfund schwere Steine zum Einsatz. Gestossen wurde mit oder ohne Anlauf, ein- oder beidhändig, nach einer Zielmarke oder auf grösstmögliche Weite.

Besondere Beachtung fand Steinstossen an den Unspunnenfesten von 1805 und 1808. Ein Duplikat des dort verwendeten 83,5 kg schweren Findlings kam ab 1905 an weiteren Unspunnen- und an eidgenössischen Schwingfesten zum Einsatz. Der Unspunnenstein mit den eingemeisselten Jahresdaten der ersten Anlässe wurde 1984 von den Béliers, jurassischen Separatisten, aus dem Museum der Jungfrau-Region entwendet. Anlässlich des Marché-Concours tauchte er aber in Saignelégier 2001 im Vorfeld der Expo.02 überraschend wieder auf. Im September 2005 wurde der Stein von Unbekannten erneut gestohlen und bleibt bis heute verschollen. Der offizielle Kampfstein ist allerdings jederzeit verfügbar.

Seit 1853 gehört Steinstossen zum Wettkampfprogramm des Nationalturnens und wird im Rahmen von Turn-und Schwingfesten angeboten. An den «Eidgenössischen» stossen die Sportler jeweils einen 20-Kilo-Stein mit Anlauf, einen 40-Kilo-Stein aus dem Stand und den 83,5-Kilo-Unspunnenstein aus dem Stand oder mit Anlauf. Jeder Wettkämpfer kann zwei Stösse ausführen, wobei das Resultat des besseren Stosses zählt.
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