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Das Abtun

Spielanlage

Jedem gegnerischen Schläger steht beim Abtun die geschlossene Mannschaft gegenüber. Gemeinsamkeit, gegenseitige Unterstützung und Mut sind die Voraussetzungen um den heranfliegenden Hornuss sicher abzutun d.h. mit der Schindel innerhalb oder ausserhalb des Spielfeldes abzufangen. Fällt ein Hornuss unabgetan im Ries zu Boden, wird der abtuenden Mannschaft eine Nummer geschrieben. Die Flugbahn und die Geschwindigkeit des heranfliegenden Hornuss ist je nach Streichlänge unterschiedlich und erfordert von den Abtuern im vorderen Teil des Spielfeldes schnelle Reaktionen auf tieffliegende Objekte, während im hinteren Spielfeldteil eine gute Sehkraft, ein gutes Einschätzen der Flugbahn und Sprintereigenschaften gefragt sind. Wer nach Ablauf des Spieles weniger Nummern kassierte, kann, trotz niedrigerer Punktzahl beim Schlagen, den Platz als Sieger verlassen. Damit wird die Gemeinsamkeit des Abtuns, des sich Verteidigens, über die eigene, individuelle Schlagleistung gestellt.

Ries (Spielfeld)

Die Entwicklung des Hornussens erfordert heute Spielfeldlängen von bis zu 350 m und mehr. Auf dem Plan ist die Feldeinteilung mit der Punktwertung der Schläger ersichtlich. Innerhalb dieses Spielfeldes werden die Schlagweiten und die Nummern für gefallene Hornusse geschrieben. Ausserhalb und in der Verlängerung wird nur die Schlagweite geschrieben. Einige Zeichen sind für den Spielablauf nötig. So hat der Schläger mit einer leeren Schlagbewegung seine Bereitschaft zur Spielaufnahme anzuzeigen. Fällt eine Nummer, so wird diese durch das Hochheben einer Schindel oder des Spielblattes durch den Schiedsrichter angezeigt.

Schindel

Das wichtigste Hilfsmittel für den Abtuer ist die Schindel. Dieses aus Esche oder Ulme verleimte Brett von ca. 60 x 60 cm mit einem Deckfournier aus Pappel oder Weide wiegt ca. 4 kg. In letzter Zeit kamen auch Schindeln mit einer Trefferfläche aus neuen Kunststoffmaterialien auf den Markt. Der heute oft getragene Helm schützt die nahe beieinander stehenden Spieler vor Abprallern oder herunterfallenden Schindeln. Damit wird das an sich schon kleine Unfallrisiko auf ein Minimum reduziert. Für die Nachwuchshornusser und Hornusser ab Jahrgang 1984 gilt eine Helmtragepflicht auf dem Ries.

Abtun

Die Abtuer haben nach dem ausgeführten Schlag zwischen 4 und 8 Sekunden Zeit, um den anfliegenden Hornuss zu erkennen und abzutun. Dabei werden im Sprint bis zu 30 oder mehr Meter zurückgelegt um die mutmassliche Fallstelle zu erreichen. Kondition, Reaktion, gute Augen und ein sicheres Gefühl für die Flugbahn, gepaart mit etwas Mut bilden den Grundstein um den Hornuss, der mit noch ca. 180 km/h (ca. 50m/Sek.) angeflogen kommt entgegenzutreten. Der Hornuss trifft mit ca. 80 kp auf die Schindel. Beim Schlagen schlecht getroffene Hornusse haben oft eine unstabile Flugbahn (Rotation) und können plötzlich von dieser abweichen. Auch Wind, Regen oder die Umgebung (Wald, Bäume) haben Einfluss auf die Flugbahn. Solche Nebeneinflüsse erfordern vom Abtuer ein zusätzliches Reaktionsvermögen.
 
© Eidgenössischer Hornusserverband
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